Kaltgerührte Naturseife

Das Kaltrührverfahren: Geduld, die sich auszahlt

Bei der Herstellung im Kaltrührverfahren (Cold Process) werden hochwertige Pflanzenöle – in unserem Fall vorrangig Olivenöl – mit einer Lauge (Natriumhydroxid in Wasser gelöst) vermischt. Anders als bei der industriellen Herstellung wird die Mischung nur sanft erwärmt (ca. 35–45 °C), um die wertvollen Inhaltsstoffe der Öle zu schonen.

Nach dem Zusammenrühren entsteht der "Seifenleim", der in Formen gegossen wird. Nach 24 Stunden kann der Seifenblock entformt und in einzelne Stücke geschnitten werden. Danach braucht die Seife vor allem eines: Zeit. Sie muss mindestens 4 bis 6 Wochen reifen, damit der Verseifungsprozess vollständig abgeschlossen wird und die Seife mild genug für die Haut ist.

Das Geheimnis des Glycerins

Oft wird Glycerin fälschlicherweise als künstlicher Zusatz wahrgenommen. In Wahrheit ist es ein natürliches Nebenprodukt der Verseifung.

Was es tut: Glycerin ist ein wunderbarer Feuchtigkeitsspender. Es wirkt feuchtigkeitsbindend und schützt die Haut davor, beim Waschen auszutrocknen.

Der Clou: In kaltgerührten Naturseifen bleibt das gesamte entstandene Glycerin enthalten. In der Industrie wird es oft entzogen, um es separat in teuren Cremes zu verkaufen.

Überfettung: Die Extraportion Pflege

Ein entscheidender Vorteil von Naturseifen ist die sogenannte Überfettung (oder Rückfettung).

Einfach erklärt: Bei der Berechnung des Rezepts gibt man absichtlich mehr Öl hinzu, als die Lauge chemisch in Seife umwandeln kann. Ein Teil des wertvollen Olivenöls bleibt also als "freies Öl" in der Seife erhalten. Beim Waschen reinigt die Seife zwar, aber das überschüssige Öl legt sich gleichzeitig wie ein schützender Film auf die Haut und pflegt sie direkt schon dabei.

Eine zu hohe Überfettung in Naturseife schießt jedoch meist über das Ziel hinaus und macht wenig Sinn, da Seife ein Produkt ist, das abgespült wird. Der Großteil der überschüssigen Öle landet ungenutzt im Abfluss, während die Haut effektiv nur etwa 1 bis 3 % der rückfettenden Öle tatsächlich halten kann. Zudem ist überschüssiges Fett im Abwasser problematisch: Es lagert sich in den Rohren ab, kann zu Verstopfungen führen und belastet die Kläranlagen unnötig. Für eine optimale Pflege sind stattdessen die unverseifbaren Bestandteile (wie Vitamine oder Phytosterole) entscheidend, da diese Wirkstoffe eine höhere Affinität zur Haut haben und nicht so leicht weggeschwemmt werden wie das bloße Überschussfett. 

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